PlotBunnyPlage

Da! Schon wieder eines! Sie sind überall. PlotBunnies sind eine fast genauso große Plage wie Tribbel, wenn man nicht weiß, wie man mit ihnen umgehen soll. Deswegen heute mal etwas mehr zu dieser speziellen Spezies.

 

Was ist ein PlotBunny?

Es ist süß und fluffig, es ist faszinierend. Man will es halten und streicheln, ihm eine Namen geben und sagen können: das ist meins! Man will es großziehen, sehen welches Potenzial es hat, was daraus werden könnte. Es ist ein PlotBunny, ein kleines Stückchen Plot, ein Dialog, eine Charakterkonstellation – ein Funken Inspiration, der sich durch die Gehirnwindungen frisst und einem keine Ruhe lässt.
An sich wäre so ein Musenkuss ja durchaus willkommen. Aber meist kommen PlotBunnies im völlig falschen Moment, wenn man gerade alle Hände voll zu tun hat und keine Ablenkung gebrauchen könnte. Oder sie sind Sackgassen – ein pittoresker Hinterhof, in dem man ein bisschen verweilen kann, der einen aber kein Stück weiter bringt.

 

Wo kommen sie her?

Überall! Aus Filmen, Serien, Büchern, Musik, Nachrichten, Klatsch, Tratsch, Gesehenes, Gehörtes, Gerochenes – etwas von außen verbindet sich mit etwas in uns drin und – Simsalabim! – schon hüpft ein metaphorisches Flauschewesen aus dem metaphorischen Zylinder.
Denn diese kleinen Plagegeister entspringen immer den eigenen Projekten. Meist, wenn wir für unsere Charaktere eine Entscheidung treffen müssen. Was wäre, wenn wir die andere Richtung gewählt hätten? Was wäre, wenn sie auf andere Figuren getroffen wären? Was wäre, wenn sie den Bus verpasst hätten?
So viele Fragen, soviele Möglichkeiten. Da hilft nicht einmal mehr die heilige Handgranate von Antiochia. Die Bunnies werden zur Plage.
Besonders schlimm finde ich die, die im ersten Moment nicht als PlotBunny zu erkennen sind, sondern wie eine ganz neue, eigenständige Idee daher kommen. Aber umso länger man damit spielt, umso klarer wird, dass es nur ein Klon einer Idee ist, die man bereits halbwegs umgesetzt hat. Nur eine Abwandlung, eine leichte Verschiebung des Fokus, ein kleiner Twist in der Beschreibung der Figuren – nichts, was auf den ersten Blick deutlich wird. Aber beim zweiten oder spätestens dritten.
Was soll man mit so einem Ungetier machen?

 

Wie geht man mit ihnen um?

Manche PlotBunnies finden ein schönes Zuhause in anderen Projekten. Man kann sie in einer Sidequest unterbringen, oder einem Nebencharaktere zuschieben.
Manche haben wirklich das Zeug, mehr aus sich zu machen, zu einem echten, eigenständigen Projekt zu werden, mit allem was dazu gehört. Man muss nur hart daran arbeite, ihm die Freiheit zum Wachsen lassen und ab und ein ein wenig damit tüfteln und herum experimentieren. Und irgendwann wird aus dem Flauscheding eine richtige Maschine, oder ein Drache, ein Held.
Manche, oder sogar viele PlotBunnies, gehen einfach ein, weil sie von Anfang an nicht stark genug waren, um es allein zu schaffen. Sie waren Teil einer größeren Idee, die aber schon zu fest geformt und zu rund war, um noch ein kleines, flauschiges Anhängsel gebrauchen zu können. Die schwere Aufgabe des Autors ist es dann, das einzusehen und das Bunny gehen zu lassen.
Es ist nicht ganz so traurig wie es klingt, denn solche Kreaturen sterben nie ganz. Was einmal in uns war geht nicht einfach verloren. Wenn die Zeit reif ist, kommt es wieder und nimmt seinen Platz ein.

Ein Kommentar zu “PlotBunnyPlage

  1. AHAHAHAHAHA! Das ist ja wundervoll beschrieben!

    Ja, ich hege mitunter einen ganzen Acker voll solcher Plotbunnies und habe längst schon die Kontrolle verloren 😉
    Aber ich mache das auch so, dass ich sie einfach hoppeln lasse. Die, die wollen, kommen ohnehin wieder.

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