Projekt Bärenbraut

Nachdem ich Feuergabe abgeschlossen und probeweise an einen Verlag geschickt hatte, wollte ich es mal zur Abwechslung mit einer Kurzgeschichte für einen Wettbewerb versuchen. Das Thema war Dark-Romantasy und ich zog einen schönen, leicht eingestaubten Ideenfetzen aus meiner Sammlung und machte mich ans Werk – die erste Version von Bärenbraut entstand.

 

Rückzieher

Eines meiner großen Probleme ist, dass ich mir Dinge nicht immer aufmerksam durchlese, wenn ich begeistert bei der Sache bin und etwas schnell anfangen und erledigen will. Im Fall der Ausschreiben war es genauso und ich hatte den Maximal Umfang falsch gelesen und deswegen zuviel geschrieben. Also ging es ans Kürzen und ich musste mich wohl oder übel von einigen der schönsten Elemente trennen.
Als ich den Text an Testleser Weitergabe, waren die Meinungen gemischt, deckten sich aber in einem ganz wichtigen Punkt mit meiner Eigenen: die Geschichte funktioniert so nicht. Damit der Twist am Ende hinhaut, muss davor mehr passieren.
Also beschloss ich davon abzusehen, Bärenbraut als Kurzgeschichte einzureichen. Inzwischen hatte ich meine beiden Protagonisten lieb gewonnen und ich will ihnen den Raum geben, den sie brauchen und auch verdienen. Aus diesem Grund steht Bärenbraut auf meiner Liste der zu schreibenden Projekte als kurzer Einzelroman.

 

Ein steiniger Weg

Da schon ein ganzes Stück Text für die Kurzgeschichte zusammengekommen ist, wäre es an sich sinnvoll Bärenbraut in der Prioritätenliste weiter nach oben zu schieben. Was mich davon abhält sind zum einen die noch nicht geschriebenen Szenen, die noch sehr viel Arbeit und vor allem “Hineinfühlen“ benötigen. Denn anders als meine sonstigen Heldinnen ist Ilona tatsächlich eine schüchterne, zarte Prinzessin, die erst im Laufe der Geschichte versteht, welche Kräfte in ihr stecken. Natürlich macht jeder Charakter eine Entwicklung durch, aber bei ihr wird sie schnell und heftig vonstatten gehen müssen, angesichts der Gefahren, durch die ich sie schicken will.
Zum anderen ist es der Verlauf der Geschichte. Ich weiß, dass es sie kein Happy End haben wird. Immerhin ist es Dark-Fantasy. Und bisher bin ich immer vor solchen Enden zurückgeschreckt. Ich muss mich selbst erst seelisch und moralisch darauf vorbereiten.
Ich glaube ich habe das schon einmal irgendwo erwähnt: eine Figur umzubringen ist nichts, was wir Autoren gerne tun. Schon gar nicht, wenn wir unsere Figuren mögen. Aber manchmal verlangt es die Geschichte, das Schicksal – und das Schicksal ist, wie wir alle wissen, oftmals grausam.

Ein Kommentar zu “Projekt Bärenbraut

  1. Oh, da es aber nun doch nicht mehr für die Ausschreibung ist, könntest du das Ende doch auch ändern, oder nicht? Oder zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer unterbringen, dass der Tod nicht das Ende ist?
    Klingt jedenfalls sehr interessant! 🙂

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